angelika kerschhaggl-linder

visuelle orthoptische rehabilitation

Nach neurologischen Erkrankungen können visuelle Störungen die Lebensqualität der Betroffenen deutlich beeinträchtigen.

Das orthoptische Rehabilitationstraining stellt eine wichtige Ergänzung in einem interdisziplinären Team dar.

Die visuellen Störungen nach Hirnschädigung behindern die gängigen Therapien sehr oder machen sie bei starker Ausprägung sogar unmöglich.

Das visuelle Training wird individuell angepasst, es werden Kompensationsstrategien erarbeitet, die das visuelle System stabilisieren. Auch die Anleitung der Angehörigen im Umgang mit der Sehstörung ist ein wichtiger Teil des Trainings.

Die bestehenden Gesichtsfelddefekte können allerdings durch das visuelle Rehabilitationstraining oder durch andere Methoden nicht geheilt werden.

 

Indem man dem Betroffenen seine Störung bewusst macht und er geeignete Strategien erlernt, mit der Sehstörung umzugehen, können auch die Beeinträchtigungen im psycho-sozialen Umfeld positiv beeinflusst werden.

Ziel des Trainings ist, die Lebensqualität zu steigern und in Zusammenarbeit mit den anderen Berufsgruppen das jeweilige Rehabilitationsziel zu erreichen.

Derzeit gibt es in Österreich nur wenige Rehabilitationszentren (Gailtalklinik Hermagor und Rehakliniken in Wien), die eine Orthoptistin fix angestellt haben. Meiner Meinung nach ist aber gerade das Erkennen und die Behandlung der visuellen Störungen ein wichtiger Schritt im Rehabilitationsprozess.

Als direkte und auch messbare Auswirkung verbessert sich durch den Einsatz von neurovisueller Rehabilitation der Therapiefortschritt in den Bereichen der Logo-, Ergo-,Physiotherapie und Neuropsychologie.

Orthoptik kann daher den gesamten Rehabilitationsprozess  und die Effizienz der Therapien anderer Fachbereiche nachhaltig positiv beeinflussen.