angelika kerschhaggl-linder

visuelle orthoptische rehabilitation

Nach neurologischen Erkrankungen können visuelle Störungen die Lebensqualität der Betroffenen deutlich beeinträchtigen.

Das orthoptische Rehabilitationstraining stellt eine wichtige Ergänzung in einem interdisziplinären Team dar.

Die visuellen Störungen nach Hirnschädigung behindern die gängigen Therapien sehr oder machen sie bei starker Ausprägung sogar unmöglich.

Das visuelle Training wird individuell angepasst, es werden Kompensationsstrategien erarbeitet, die das visuelle System stabilisieren. Auch die Anleitung der Angehörigen im Umgang mit der Sehstörung ist ein wichtiger Teil des Trainings.

Die bestehenden Gesichtsfelddefekte können allerdings durch das visuelle Rehabilitationstraining oder durch andere Methoden nicht geheilt werden.

  • Neurologische Diagnose
  • Augenärztlicher Befund mit Brillenwerten, Sehschärfe und vor allem ein Ausdruck der Gesichtsfelduntersuchung.
  • Eine Gleitsichtbrille bzw. besser noch eine Computerarbeitsbrille und/oder Lesebrille.

Im folgenden Bericht wird von Prof. Trauzettel-Klosinski et al. eine randomisierte kontrollierte Studie vorgestellt, in der sie das explorative Śakkadentraining dem Restitutionstraining gegenüberstellt. Dabei zeigt sich, dass das Flickertraining der Restitutionstherapie weder die Exploration noch das Gesichtsfeld verbessert, wohingegen das explorative Sakkadentraining als evidenz-basierte Rehabilitationsmethode für Patienten mit Hemianopsie und Orientierungsstörung empfohlen wird.

Rund 30 bis 40% aller Patienten mit erworbenen Hirnläsionen, z. B. nach Schlaganfall, Hirnblutung, Hirntumor und degenerativen Erkrankungen, weisen Sehstörungen verschiedenster Arten auf. Die beiden häufigsten Gründe für eine visuelle, orthoptische Rehabilitation sind zentrale Ausfälle des Gesichtsfeldes, welche die Sehschärfe herabsetzen, und flächenhafte periphere, insbesondere halbseitige Ausfälle im Gesichtsfeld, welche die Orientierung im Raum erschweren. Daneben sind durch Lähmung oder Vernarbung entstandene Störungen der Augenbewegung, Augenzittern sowie Schwindel zu nennen. Die Lesefähigkeit kann sowohl durch einen zentralen, als auch durch einen halbseitigen Gesichtsfelddefekt, durch Augenbewegungsstörungen, Störungen in der Zusammenarbeit beider Augen oder durch Schwindel behindert sein.