angelika kerschhaggl-linder

visuelle orthoptische rehabilitation

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Das Sehvermögen spielt eine große Rolle für die Effizienz der Rehabilitation und die Rückführung in ein selbständiges Leben.

Über 80 % aller Informationen nehmen wir über unsere Augen wahr.

Ein Gesichtsfeldtraining ist wichtig, wenn durch Schädigungen in der Sehbahn des Gehirns infolge eines Schlaganfalls Gesichtsfelddefekte auftreten, die eine Orientierung im Raum sowie die Lesefähigkeit deutlich behindern.

Die visuelle/orthoptische Rehabilitationstherapie lehrt den Patienten, sich im Umgang mit seiner erworbenen Sehbehinderung kompensatorische Techniken und Strategien anzueignen, die ihm helfen, sein visuelles Wahrnehmungsvermögen zu stabilisieren.

 

Von einem Patienten, der die Hälfte seiner Umwelt nicht mehr sieht, wird häufig erwartet, dass er ohne begleitende Massnahme seinen Alltag bewältigen kann. Hier soll das visuelle Rehabilitationstraining eine wertvolle Hilfestellung bieten.

Das Training soll zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität und der Selbständigkeit führen. Der Patient soll lernen, den Alltag trotz Gesichtsfeldausfall zu bewältigen.

Ein Gesichtsfeldausfall kann mit einem visuellen Neglect kombiniert sein oder ein visueller Neglect kann auch isoliert auftreten. Ein visueller Neglect ist allerdings keine Sehstörung, sondern die Vernachlässigung einer Seite. Ein Betroffener mit z.B. Gesichtsfeldausfall nach links sieht die linke Seite nicht, einer mit visuellem Negelct links interessiert sich für die linke Seite nicht, da er diese nicht wahrnimmt.

Ziel des Trainings ist es in beiden Fällen, die Aufmerksamkeit für die blinde und/oder vernachlässigte Seite zu trainieren (Explorationstraining).

Der Patient muss lernen, die Augen zu bewegen, d.h. dahin zu schauen, wo er nichts sieht.
Deswegen werden Blickbewegungen in den ausgefallenen Gesichtsfeldbereich trainiert.

Eine Kopfdrehung ist nicht effizient!