angelika kerschhaggl-linder

visuelle orthoptische rehabilitation

Der gesetztlich geregelte Gesundheitsberuf der Orthoptistin gehört zu den gehobenen medizinisch-technischen Diensten (MTD). Orthoptistinnen arbeiten in einem umfangreichen und bedeutenden Spezialgebiet der Augenheilkunde.

Die Beschwerden der Patienten, die eine Orthoptistin aufsuchen, sind z.B. Probleme wegen einer Schielstellung, Klagen über Doppelbilder, Augenmuskellähmungen, reduziertes Sehvermögen eines oder beider Augen, augenbedingte Kopffehlhaltungen, Augenzittern, Kopfschmerzen und Lesestörungen.

 

Die Orthoptistin versorgt Patienten aller Altersgruppen.
Präventiv werden vorwiegend Kinder im Säuglings- und Kleinkindalter untersucht. Die wachsenden Anforderungen an das Sehen lassen jedoch die Zahl der Jugendlichen und Erwachsenen mit Sehstörungen bzw. Beschwerden steigen, die zunächst manchmal gar nicht dem Sehen zugeordnet werden. Beispiele hierfür sind Beschwerden bei der Bildschirmarbeit, Wahrnehmungsstörungen, Legasthenie.

Neben diesen primär klassischen Aufgabengebieten ist die Orthoptistin auch in weiteren spezifischen Arbeitsbereichen tätig, z. B. in der Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von sehbehinderten Patienten aller Altersgruppen (Low Vision), Patienten mit Sehstörungen nach Hirnschädigung durch Unfall oder Schlaganfall, in der orthoptischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsauffälligkeiten und deren Folgen in der Lehre, Forschung und Wissenschaft.

Die Orthoptistin arbeitet in orthoptischen Einrichtungen an Universitäts-Augenkliniken, allgemeinen Krankenhäusern, neurologischen Kliniken und bei niedergelassenen Augenärzten. Sie ist weiterhin tätig in Frühförderstellen, Rehabilitationseinrichtungen, Sonderschulen sowie Einrichtungen für Sehbehinderte und Blinde.

Störungsbilder nach neurologischer Erkrankung wie Doppelbilder, Verschwommensehen, Danebengreifen, Probleme beim Einschätzen von Distanzen oder ein gekippt oder schief erscheinendes Bild werden in der Augenarztordination mit Orthoptistin bzw. in der Orthoptikabteilung  ("Sehschule") des Landeskrankenhauses Feldkirch behandelt.

Ein adäquates visuelles Training bei Gesichtsfelddefekten wurde bisher in Vorarlberg jedoch nicht angeboten, obwohl der Bedarf aus meiner Sicht durchaus gegeben ist.

Orthoptistinnen sind vorwiegend im Angestelltenverhältnis tätig, nur wenige arbeiten freiberuflich.